Simbabwe - ZEN

Elefanten in Simbabwe sind durch Wilderei und Verlust ihres Lebensraumes bedroht. Im Elefantenwaisenhaus ZEN (Zimbabwe Elephant Nursery) werden verwaiste Elefantenbabys aufgezogen und später in die Wildnis entlassen. In Abstimmung mit ZEN haben wir das Care-for-Elephants-Programm ins Leben gerufen.

CARE FOR ELEPHANTS

Mit jährlich 50 Euro pro Elefant helfen Sie den Kälbern, die in Harare aufopfernd versorgt und für die Auswilderung vorbereitet werden. Ihr Beitrag kommt zu 100 % bei den Tieren an und sorgt für Spezialmilch, Futter, liebevolle Betreuung durch die Pfleger und tierärztliche Versorgung.

Um eine Patenschaft zu übernehmen, füllen Sie bitte unser Spendenformular aus.

Für Ihre Spende erhalten Sie von uns Ihre persönliche Urkunde mit Fotos via E-Mail. Zusätzlich informieren wir Sie regelmäßig über die Entwicklung Ihrer Schützlinge. Sie können die Elefantenkinder auch gerne in Harare direkt bei ZEN besuchen.

Sehen Sie diesen neuen Film über ZEN:
Wenn ein Elefant lächelt - Rettung verwaister Elefantenbabys inmitten massiver Wilderei in Afrika

DIE WAISEN

MOYO

Aufgenommen am 18.2.2014, weiblich. Alter bei der Rettung: drei Tage

Moyo ist das erste Elefantenkind, das von ZEN gerettet wurde. Als ganz winziges Baby wurde sie alleine am Ufer des Lake Kariba gefunden. Alle Bemühungen, ihre Herde zu finden, waren leider ohne Erfolg. Es wurden keine Elefanten in dieser Gegend gesichtet. So allein im Busch, wurde die kleine Moyo bereits von einem Hyänenrudel verfolgt. ZEN entschied sich daher einzuschreiten und brachte Moyo mit einem Flugzeug von Kariba nach Harare.

Sie war bei Ihrer Ankunft winzig und wog nur 56 kg! Gesunde Elefanten wiegen normalerweise um die 90 kg bei ihrer Geburt. 

Moyo ist immer noch verspielt und hat einen wunderbaren Sinn für Humor. Ein kleines Glitzern in ihren Augen verrät fast immer, dass sie etwas im Schilde führt; etwa über einen Zaun zu klettern und über den Rasen in die Küche zu rennen oder eine Decke von einem der kleineren Kälber zu stehlen und über ihren Kopf zu werfen. Sie unterhält das ZEN-Team ständig!

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KURA

Aufgenommen am 11.7.2015, männlich. Alter bei der Rettung: vier Jahre

Kukurukura/Kura bedeutet übersetzt „eine Geschichte erzählen“. Er wurde von ZimParks zur Rehabilitation und späteren Auswilderung an ZEN übergeben. Gemeinsam mit zwei anderen Elefantenkindern hat er leider sehr traumatische Erfahrungen machen müssen und schwere Verletzungen erlitten, bevor er bei ZEN eintraf.

Um das Ausmaß von Kuras Verletzung festzustellen, organisierte man kurz nach seinem Eintreffen Röntgenaufnahmen. Dabei wurde deutlich, dass sein Bein an zwei Stellen zerschmettert und um das gesamte Gelenk herum verschmolzen ist. Er kann sich zum Glück inzwischen recht gut fortbewegen auch wenn er sein Bein nicht oft am Knie beugt. Kura war bei seiner Ankunft sehr vorsichtig, inzwischen hat er langsam aber sicher immer mehr Vertrauen aufgebaut und ist ein vertrauensvoller Gefährte für Neuankömmlinge im Waisenhaus.

Der liebenswürdige Kura wächst mit atemberaubender Geschwindigkeit. Er ist weise, freundlich und spielt für die jungen Bullen in der Herde gerne den Mentor. Sie lieben ihn absolut! Kura ist ein fester Bestandteil der Herde im ZEN-Kindergarten.

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MARSIE

Aufgenommen am 20.7.2018, weiblich. Alter bei der Rettung: zwei Jahre

Marsie wurde vor dem sicheren Tod von der ZimParks and Wildlife Management Authority gerettet. Man hat sie allein herumwandernd in der Nähe eines Wasserloches aufgefunden, ebenfalls umgeben von Hyänen, die sie tapfer abwehrte. Es wird vermutet, dass die Mutter in der Nähe der Grenze eines Nationalparks gewildert wurde. ZimParks mobilisierte sein Team, nachdem sie dieses Elefantenkalb schon einige Zeit beobachtet hatten.

Nach Ihrer Rettung wurde Marsie zu ZEN gebracht. Bei der Ankunft war sie völlig ausgehungert und hatte einen Abszess am Hinterteil. Die Kleine hat sich mit der sanften und liebevollen Unterstützung von Moyo und Kura sowie mit Hilfe des mutigen und unerschütterlichen ZenTeams gut in die kleine Herde eingelebt. Im Mai 2021 ist Marsie in die Auswilderungsstation in Panda Masuie, nahe der Viktoriafälle umgezogen: mehr dazu hier: Neue Heimat für Elefanten-Waisen an Victoria-Wasserfällen

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UNITY

Aufgenommen Ende Juli 2018. Weiblich. Alter: 8 Monate

Unity kommt aus der Umfurudzi Wildlife Area. In diesem Gebiet herrschte im vergangenen Jahr eine starke Dürre, unter der auch die Elefanten schwer zu leiden hatten. Unity erhielt von ihrer Mutter zu wenig Milch und wurde schließlich von ihr zurückgewiesen. Elefanten in diesem Alter benötigen jedoch dringend Milch, um zu überleben. Als die Kleine in der Nursery aufgenommen wurde, war sie unterernährt und verstört. Glücklicherweise konnte eine spezielle, sehr nahrhafte Milch-Formel gefunden werden, die keinen Durchfall auslöst und die Unity gut verträgt. Sie hat innerhalb von vier Wochen über 10 kg zugenommen und dominiert mit ihrem starken Charakter die Nursery!

Die kleine Kämpferin hat sich mit Hilfe der liebevollen Fürsorge ihrer Betreuer und der kollektiven Liebe der anderen geretteten Elefanten vollständig erholt! Sie ist ein ruhiges Elefantenmädchen, das ihre Keeper liebt und gerne schwimmt. Ihre Stoßzähne sind seltsamerweise sehr spät durchgebrochen.

Unity ist Moyos rechte Hand und ist immer mit ihr zusammen. Sie schläft neben ihr und kopiert alles, was sie tut. Die Kleine lernt von ihr, die jüngeren Kälber zu „bemuttern“.

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COCO

Aufgenommen 27.11.2018. Weiblich. Alter: 7 Monate

Cocos Mutter wurde in der nordwestlichen Region Simbabwes von einem Bus getötet. Für die kleine Coco muss dies eine entsetzliche Erfahrung gewesen sein. Das traumatisierte Kalb rannte schreiend und voller Angst und Panik umher. Zum Glück kamen Ranger der Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority schnell zum Unfallort und schafften es, Coco einzufangen, bevor sie Raubtieren zum Opfer fallen konnte.

Die Kleine wurde in der Nursery stabilisiert und erhielt eine spezielle, besonders nahrhafte Milchformel. Moyo und Unity haben Coco in ihre Obhut genommen und kümmerten sich liebevoll um das Elefantenkind.

Coco ist ein ruhiges, ernstes Elefantenkind, das als Baby ein schreckliches Trauma erlitten hat und sehr lange brauchte, zu Menschen wieder Vertrauen aufzubauen.

Coco hat einen hochempfindlichen Darm und verträgt nur eine spezielle Milchformel. Wenn sie die normale Formel erhält, bekommt sie sofort Durchfall. Die Kleine ist sensibel und hat wenig Selbstvertrauen, hat sich aber mit Mana und Tessa zusammengetan, die ebenfalls im letzten Jahr gerettet wurden. Mit den tiefen Falten auf ihrer Stirn wirkt Coco sehr ernst.

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LIMPOPO

Aufgenommen Anfang Dezember 2018. Männlich. Alter: wenige Tage

Ende November 2018 erblickte am Ufer des Limpopo-Flusses ein Elefantenbaby das Licht der Welt. Auf wackligen Beinen und mit noch schlechtem Sehvermögen kämpfte der Kleine darum, mit der Herde mithalten zu können. Doch die sengende Hitze forderte ihren Tribut: Um überleben zu können, musste die Elefantenfamilie schnell Wasser finden. Die verzweifelte Mutter musste sich zwischen dem kollektiven Bedürfnis der Herde und ihrem Baby entscheiden – das Baby blieb zurück. Allein, traumatisiert und hungrig. Doch der kleine Kämpfer blieb auf den Beinen und hatte nicht die Absicht, aufzugeben.

Glücklicherweise wurde Limpopo rechtzeitig gefunden und in die Nursery nach Harare gebracht. Hier war er umgeben von anderen Elefantenkindern, die ihn als ihr Nesthäkchen betüdelten. Auch von den Betreuern wurde der kleine Limpopo aufopfernd gepflegt.

Mittlerweile hat sich der Kleine vollständig erholt und hat immer, wenn er fotografiert wird, ein breites Lächeln im Gesicht. Er liebt Kura und betrachtet ihn als großen Bruder, mit dem er rangeln und sich balgen kann. Limpopo ist ein geselliger kleiner Elefant und begrüßt alle Neulinge mit großer Begeisterung und Neugier. Der fröhliche Jungbulle ist der Clown der Herde. Er liebt alle – Elefanten und Menschen, und ist immer zum Spielen aufgelegt.

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KADIKI

Aufgenommen im Dezember 2019. Weiblich. Alter: wenige Tage

Kadiki wurde aus dem Mana Pools National Park gerettet. Zum ersten Mal wurde sie gesichtet, als sie allein und in elendem Zustand bei einem örtlichen Camp herumwanderte. Dort wandte man sich mit der Bitte um Hilfe an ZEN. Da es bereits dunkel war, konnte sehr wenig getan werden. Offensichtlich gab es in der Nähe weder eine Mutter noch eine Herde. Aufgrund der Dürre und der starken Hitze vermutete man, dass ihre Mutter kurz nach der Geburt starb oder das Kalb verlassen hat. Nach der Ankunft bei ZEN wurde festgestellt, dass sie schwere Verletzungen hatte, die sofort behandelt werden mussten. Dem ZEN-Team war somit klar, dass sie für das Überleben dieses Babys mit aller Kraft würden kämpfen müssen. 

Kadiki ist eine echte kleine Kriegerin und zugleich eine sensible Seele. Mit viel Liebe, Sorgfalt und der sanften Aufmerksamkeit von Bumi und ihren engagierten Betreuern hat sie sich gut erholt. 

Bumi und Kadiki sind die besten Freunde und verbringen viel Zeit mit den größeren Elefanten in der Hauptherde. Sie ist eine begeisterte Schwimmerin. Wenn sie keine Gelegenheit hat, dafür an den Damm zu gehen, kommt sie nach Hause und klettert in die Wassertröge oder die Ententeiche!

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BUMI

Aufgenommen im Dezember 2019. Männlich. Alter: wenige Wochen

Bumi wurde während des Höhepunkts der Dürre Ende 2019 gerettet. Er wurde verlassen in einem trockenen Flussbett gefunden, wo er zwischen einigen Felsen feststeckte. Eine Gruppe von Anrainern, unterstützt von Rangern, befreiten ihn aus seiner Notlage. Anschließend wurde er in die Obhut der Anti-Wilderei-Einheit (BHAPU) von Bumi Hills übergeben, die sich liebevoll um diese verletzte und verzweifelte kleine Seele kümmerte, bis ein Rettungsteam entsendet werden konnte. Bumi litt unter schwerem Sonnenbrand an Ohren und Körper, nachdem er viele Stunden in der Sonne verbracht hatte. Er war ein sehr kranker kleiner Elefant, aber er hatte einen unbändigen Lebenswillen und erholte sich nach einigen Monaten vollständig. 

Heute ist Bumi ein starker, gesunder kleiner Elefant, der mit der kleinen Kadiki Freundschaft geschlossen hat. Die beiden sind unzertrennlich. Vor kurzem haben sie begonnen, sich der großen Kindergartenherde anzuschließen. Dort lernen sie, sich in die Herdendynamik zu integrieren und sich neue Fähigkeiten anzueignen, bis sie wieder in die Wildnis entlassen werden können.

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NEUIGKEITEN ZU DEN WAISEN

Lesen Sie unseren Bericht vom August 2021 (1,57 MByte)
Lesen Sie unseren Bericht vom Februar 2021 (0,5 MByte)
Lesen Sie unseren Bericht vom August 2020 (6,8 MByte)
Lesen Sie eine berührende Erzählung über die harten Fakten im Wildtierschutz
Lesen Sie unseren Bericht vom April 2020
Lesen Sie unseren Bericht vom Juli 2019
Lesen Sie den Jahresbericht 2019 von ZEN: A Culture of Care 2019

ZIMBABWE ELEPHANT NURSEREY

Elefanten in Simbabwe kämpfen um ihr Überleben. Wie andernorts in Afrika werden die ikonischen Dickhäuter massiv von Wilderern verfolgt und getötet und leiden zudem unter dem galoppierenden Verlust ihres Lebensraumes. Durch Wilderei und Mensch-Tier-Konflikte haben einige Regionen im Norden des Landes seit 2006 zwischen 40 % und 70 % ihrer Elefanten verloren.

Elefantenbabys sind oftmals die Überlebenden solcher Konflikte. Ohne Mutter und Herde sind sie jedoch verloren und sterben.

In Simbabwe kümmert sich die Simbabwe Elephant Nursery (ZEN) um diese Tiere. Sie werden mit intensiver Pflege unter Umständen jahrelang aufgepäppelt und rund um die Uhr liebevoll betreut – mit dem Ziel, sie später in die Wildnis zu entlassen. Doch dieser Weg ist lang.

Bis zu einem Alter von ca. drei Jahren sind Elefantenbabys in der Regel auf Muttermilch angewiesen. Sie werden daher mit einer speziell entwickelten Milch versorgt. Insbesondere neugeborene Elefantenkälber (unter einem Monat alt) erfordern eine hoch spezialisierte Betreuung. Jedes Kalb braucht mindestens vier Keeper, die in Acht-Stunden-Schichten arbeiten und das Kalb rund um die Uhr pflegen.

Sind sie groß und unabhängig genug, dann werden sie in einem Schutzgebiet in der Nähe der Victoria Fälle behutsam ausgewildert.

Das Elefantenwaisenhaus befindet sich unweit des Flughafens in einem Vorort von Harare und kann auch besucht werden. Neben den Elefantenkindern werden auch andere verwaiste und gehandicapte Tiere betreut mit dem Ziel, sie nach der Rehabilitation wieder auszuwildern.

Das ZEN-Projekt wurde 2013 durch eine Partnerschaft zwischen dem privaten Wild is Life Trust und der öffentlichen Zimbabwe Parks and Wildlife Authority (ZPWMA) gegründet, um die Rettung und Rehabilitation verwaister Elefanten in Simbabwe zu gewährleisten.

DAS RETTUNGSPROGRAMM

Das Rettungsprogramm besteht aus drei Stufen:

1. Rettung und Pflege

Die Rehabilitation der geretteten Tiere erfolgt im speziell erbauten Wild is Life Sanctuary in der Nähe des Flughafens von Harare. Angeschlossen sind 330 Hektar reservierte Wildnis für die Elefanten, in der sich die Tiere täglich frei und sicher bewegen können. Die Anlage hat eine Kapazität für bis zu zehn Elefanten.

2. Umzug zurück in den Busch

Wenn die Tiere alt und stark genug sind, erfolgt die zweite Phase des Projekts: Die jungen Elefanten gewöhnen sich Schritt für Schritt an ein unabhängiges Leben in der Wildnis. Ihre neue Heimat liegt in einem 1550 Hektar großen Wildschutzgebiet, für das Wild is Life im Februar 2017 einen 25-jährigen Pachtvertrag unterzeichnete. Es bildet die südliche Grenze zum Sambesi-Nationalpark nahe der Victoria Falls.

3. Auswilderung und Schutz

Als Teil der Vision von ZEN, Elefanten und ihren Lebensraum langfristig zu schützen, ist es das Ziel, den gesamten Panda Masuie Forest (ca. 33 500 Hektar) zu sichern. Das Gebiet ist von entscheidender Bedeutung, da es zwischen dem Sambesi-Nationalpark, dem Kazuma-Pan-Nationalpark, dem Matetsi-Safarigebiet und dem Woodlands Estate liegt.

Durch die Sicherung dieses Gebietes werden Elefanten geschützt und wichtige Lebensräume bewahrt. Zudem entstehen sichere Korridore, die geschützte Gebiete miteinander verbinden und den Kontakt zwischen den Elefantenpopulationen ermöglichen.

WEITERFÜHRENDE LINKS

Sechs verwaiste Elefanten-Jungtiere haben nach einer knapp tausend Kilometer langen Reise eine neue Heimat an den Victoria-Wasserfällen gefunden, veröffentlicht im Mai 2021 in Zeit Online:
Neue Heimat für Elefanten-Waisen an Victoria-Wasserfällen

Eine Reportage über Roxy Danckwerts, erschienen in der Mai-Ausgabe 2020 in der Brigitte:
Alles im Grauen Bereich

... und in der Juni-Ausgabe 2019 von Brigitte Women:
Alles im Grauen Bereich

Ein Interview mit Roxy Danckwerts (2018):
Wild is Life - Reach Beyond Series

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